Der letzte Jahresbericht von FEDRIS (2023) über die Arbeitsunfallstatistik bestätigt einen Trend, der seit einigen Jahren zu beobachten ist: Während die Zahlen der Arbeitsunfälle insgesamt rückläufig sind, nimmt die Anzahl der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg zu.
FEDRIS hat festgestellt, dass es sich bei fast 27 % der gemeldeten Arbeitsunfälle um Schadensfälle auf dem Arbeitsweg handelte. Außerdem haben Unfälle dieser Art in der Regel schwerwiegendere Folgen als Unfälle am Arbeitsplatz.
Auch bei Ethias ist die Zahl der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg mit der Folge von Arbeitsunfähigkeit seit einigen Jahren im Aufwind.
2021: 5346 Schadensfälle (21 % der gesamten Schadensfälle aus dem Bereich Arbeitsunfälle)
2022: 6670 Schadensfälle
2023: 7698 Schadensfälle (23 % der gesamten Schadensfälle aus dem Bereich Arbeitsunfälle)
2024: 7500 Schadensfälle
Während wir 2024 einen leichten Rückgang verzeichnen, hat sich in puncto Schwere der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg bedauerlicherweise nichts geändert.
Demnach sind die 7500 Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg die Ursache für 26 % der gesamten Fehlzeiten, für die der Arbeitsunfallversicherer (Ethias) im Jahr 2024 Entschädigungen geleistet hat.
Die Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg verteilen sich wie folgt: 30 Prozent ereigneten sich in Wallonien, 53 Prozent in Flandern und 17 Prozent in der Region Brüssel.
Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einem Unfall auf dem Arbeitsweg über alle Regionen hinweg beträgt 33 Tage; das sind 17 % mehr als nach einem Arbeitsunfall.
Nach sechs Monaten sind 4 % der Opfer von Verkehrsunfällen auf dem Arbeitsweg noch immer arbeitsunfähig (27 % der Fehlzeiten nach Unfällen auf dem Arbeitsweg insgesamt), verglichen mit 2,7 % bei Arbeitsunfällen.
Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg verursachen verhältnismäßig mehr Folgeschäden (0,7 % der Fälle) als Arbeitsunfälle (0,47 %).
Bei den Fällen mit Folgeschäden handelt es sich in erster Linie um Verkehrsunfälle von Fußgängern, gefolgt von Unfällen mit dem Fahrrad oder E-Bike. Das Motorrad kommt an dritter Stelle.
Wir haben vier Todesfälle zu beklagen, die mit Verkehrsunfällen auf dem Arbeitsweg mit dem Auto zusammenhängen. An vier weiteren tödlichen Verkehrsunfällen waren Radfahrer (Fahrrad und E-Bike) beteiligt. Dabei handelte es sich um sogenannte „Tote Winkel“-Unfälle.
Angesichts der Anzahl und Schwere der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg engagiert sich Ethias bereits seit einigen Jahren in der Verhütung von Unfällen, die sich auf diesen Wegen ereignen. Im gleichen Maße wie Arbeitsunfälle wirken sie sich auf den reibungslosen Ablauf Ihrer Geschäftstätigkeit aus.
Dank der Ende 2020 eingeführten spezifischen Mobilitätskennzahlen verfügen wir über zuverlässige statistische Daten, anhand derer wir die Zahl der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg verfolgen und gezielte Präventionsmaßnahmen ergreifen können.
Hierbei werden zwei Ziele verfolgt. Erstens soll die Häufigkeit von Verkehrsunfällen auf dem Arbeitsweg angesichts eines immer dichteren Verkehrsaufkommens, das von sanfter Mobilität geprägt ist, gesenkt werden.
Betrachtet man nur die sanfte Mobilität (nicht motorisierte Zweiräder und Elektrofahrzeuge), dann steht diese an erster Stelle (43 % der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg, bei 41 % der Fehlzeiten, die durch Unfälle auf dem Arbeitsweg verursacht wurden).
Zweitens soll die Schwere der Verkehrsunfälle auf dem Arbeitsweg gemindert werden. Im Vergleich zu 2021 wurde somit die durchschnittliche Anzahl der Tage mit Arbeitsunfähigkeit um 25 % gesenkt, obwohl wir einen Anstieg der Schadensfälle um 29 % verzeichnen mussten.
Mit konkreten Sensibilisierungskampagnen und Schulungen, die wir bei unseren Kunden durchführen, tragen wir dazu bei, die Auswirkungen der sanften Mobilität auf die Zahl der Arbeitsunfälle zu begrenzen.
Ziel ist es, die Arbeitgeber dazu zu bewegen, auf die Gefahren bestimmter Mobilitätsarten hinzuweisen und die Arbeitnehmer dazu anzuhalten, sich möglichst sichtbar zu machen (Fußgänger und sanfte Mobilität), die Straßenverkehrsordnung einzuhalten und sich im Verkehr richtig zu verhalten; dies gilt insbesondere für einen defensiven Fahrstil.
Unsere Empfehlungen finden Sie auf unserem Blog und in der Ethias Prevention Corner
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